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Die Weine, die wir heute als Port kennen, kann man mit Recht als einen Teil der Geschichte Portugals bezeichnen.
Zu Beginn hatte der Wein vom Douro aber nichts mit dem heutigen Port gemein. Er war trocken, robust und mit hohem natürlichem Alkohol. Damit er den langen Transport übers Meer überstand, begann man ihn mit Branntwein zu versetzen. Es sollte aber bis zum 17. Jahrhundert dauern, bis der "Wein aus Porto" durch die zunehmenden Importe Englands weite kommerzielle Verbreitung und Beliebtheit fand. Dies führte im Folgenden zu einer Ausweitung der Rebfläche. Aber auch zu einer Zunahme an Panschereien, zum Beispiel zu einer optischen Aufwertung minderwertiger Weine mit Holundersaft. Die sinkende Qualität der Weine aus dem Douro ließ die Nachfrage zunehmend einbrechen, und bald war sie kleiner als das Angebot und die Preise stürzten ins Bodenlose. Diese katastrophale Lage veranlasste den damaligen Premierminister Sebastiao José de Carvalho, den späteren Marquis de Pombal zur Initiative zur Gründung der Companhia Geral da Agricultura das Vinhas do Alto Douro, der „Allgemeine Gesellschaft für den Weinbau am Oberen Douro“. Sie regelte fortan den Weinbau und den Vertrieb des Port. Verstöße führten zur Abnahme des gesamten Weinvorrates, Geld- und Gefängnisstrafen. Wiederholungstäter wurden mit Auspeitschung und Verbannung in die damalige Kolonie Angola bestraft. Manche dieser Regeln sind heute noch gültig. So liegt das DOC Douro heute noch in exakt denselben Grenzen wie anno 1756. Heute wird der Most, sobald er einen gewünschten Zuckergehalt erreicht hat, durch die Zugabe von 77 Vol%igem Alkohol in seiner Gärung unterbrochen. Zu 450 Liter Most werden im Schnitt 100 Liter Alkohol zugegeben. Durch die sofortige Unterbrechung der Gärung bleibt der gewünschte, natürliche Restzucker erhalten und der Port wird auf den gesetzlich vorgeschriebenen Alkoholgehalt von 19 bis 22 Vol% weiter aufgespritet. Der junge Port wird dann im Frühjahr in das kühlere und feuchtere Vila Nova di Gaia gebracht, dem südlich des Douro gelegenen Stadtteil Portos. Früher geschah das in Fässern (Pipas) zu 550 Liter auf den Barco Rabelos (langgestreckte, schlanke Transportboote mit Segel, langem Steuerruder und Platz für ein paar dutzend Fässer) den Fluss Douro hinunter, heute mit dem Tankwagen. Danach beginnt der Ausbau in eine der grundsätzlichen Stilrichtungen: White Port -trocken, halbtrocken oder süß -im Stahltank oder im Holzfass gelagert -reduktiv oder oxidativ ausgebaut Ruby Port -kürzere Lagerung im Holzfass oder Stahltank, daher jugendlicher -reduktiv ausgebaut, daher fruchtbetonter und jugendlicher in der Farbe -im Anbruch kürzer haltbar Tawny Port -längere Lagerung im Holzfass, daher reifer -oxidativ ausgebaut, daher von reifen Aromen getragen und reifer in der Farbe (tawny = fahlrot, bernsteinfarben) -im Anbruch länger haltbar. Alle diese Stile finden sich in den sieben Qualitätsstufen: Blended Port White Port Der klassische White Port wird im Stahltank ausgebaut und nennt sich „dry“, ist aber mit einigen Gramm Restzucker ausgestattet. Er wird gut gekühlt pur oder als Portonic mit der gleichen Menge Tonic Water und einer Zitronenscheibe auf Eis serviert. Eine regionale Spezialität aus der Gegend rund um die Stadt Favaios ist der reinsortige White Port aus der Sorte Moscatel Galego. Ruby Port Er reift durchschnittlich drei Jahre im Stahltank und zeigt sich rubinrot in der Farbe, mit jugendlicher Frucht und einer entsprechenden Frische. Er ist süßer als der Tawny Port Bis zu fünf Jahre in Eichenfässern verschiedenster Größe gereift, präsentiert er sich in reifen Rot-, Orange- und Blondtönen und mit exotisch reifen Aromen. Reserve Port ist eine kräftigere Variante des Blended Port, die dementsprechend länger (je nach Stil fünf bis sieben Jahre) im Holzfass oder Stahltank gelagert wurde. Reserve Ports tragen meist einen Fantasienamen, z. B. Ruby Reserve Sotto Voce, oder Tawny Reserve Jockey Club. Dated Port ist Tawny Port mit der Angabe des Geschmacksalters -10 Years old -20 Years old -30 Years old -40 Years old -over 40 Years old am Etikett. Die Grundweine verschiedenen Alters reifen in kleinen Eichenholzfässern und werden jedes Jahr aufs Neue vermählt. Das garantiert jahrgangsunabhängig gleichbleibend hohe Qualität. Colheita Port Ein Tawny eines Jahrgangs, der nur in herausragenden Jahren gemacht wird. Bevor er auf die Flasche kommt, muss er mindestens sieben Jahre im kleinen Eichenfass reifen. Colheitas bleiben jedoch bis zu ihrer Abfüllung im Holzfass, was bei älteren Jahrgängen jahrzehntelange Fasslagerung mit sich bringt und sie zu unglaublich komplexen und spannenden Ports macht. Colheitas tragen immer das Jahr der Abfüllung auf dem Etikett. Late bottled Vintage Port (LBV) Ein mächtiger Jahrgangs-Ruby, vier bis sechs Jahre in Eichenfässern gereift und von jungem Charakter. Die durch die lange Fassreife angenehm oxidative Komponente und seine harmonischen Gerbstoffe machen ihn schneller zugänglich als seinen großen Bruder, den "König des Port", den Vintage Port Für diesen Ruby wird nur das beste Traubenmaterial eines Jahrgangs in Lagares mit den Füssen getreten, der Wein zwei Jahre in kleinen Fässern ausgebaut und danach unfiltriert auf die Flasche gezogen. Dort entwickelt er all seine "Unwiderstehlichkeiten". Durch die frühe Füllung und keinerlei Korrekturen und Schönungen bildet er sehr viel Depot. Vintage Port gelangt oft erst nach Jahrzehnten Flaschenlagerung zu seiner Höchstform und stellt damit ein begehrtes Sammlerobjekt dar. Er ist immer das Aushängeschild jedes Weinguts. Single Quinta Vintage Port ist ein Vintage Port, dessen Traubenmaterial ausschließlich von einem Weingut stammt. Bei alten LBV- und Vintage Ports kommt es durch die lange Lagerung und den hohen Alkohol- und Zuckergehalt immer wieder zu Problemen beim Entkorken. Um einem zerbröselten Korken zuvorzukommen, wird der gekühlte Flaschenhals mit einer glühenden Portwein-Zange umfasst. Der Hals springt dann scherbenfrei und sauber ab und man kann den Port problemlos dekantieren. Übrigens: Sobald der Port in der Karaffe ist, soll er im Uhrzeigersinn weiter gereicht werden. Die Person mit dem höchsten Ansehen füllt ihr Glas und reicht die Karaffe mit der rechten Hand an den linken Tischnachbar weiter. Es handelt sich dabei um einen alten Brauch, der einer Legende zufolge vor der Wut des Teufels schützen soll, der immer hinter der rechten Schulter auf der Lauer liegt. Eine andere Theorie besagt, dass die rechte Hand benutzt werden muss, damit das Schwert nicht gegen die Tischnachbarn gezogen werden kann. Wie lange die einzelnen Qualitäten in der geöffneten Flasche ihre hohe Qualität halten, entnehmen Sie bitte unserer Preisliste! ![]() |
